Stimmen der Hersteller

  • Branche
  • Mitglieder

Tausende Fernost-Kinderwagen rollen nach Europa

Auch großformatige Kinderprodukte wie Kinderwagen oder Autokindersitze, die hierzulande strengen Sicherheitsvorschriften unterliegen, werden aus Fernost nach Europa importiert – über Online-Plattformen oder einfach per Lkw durch Händler, die direkt an der Haustür verkaufen, berichtet Oliver Beger, Geschäftsführer der tfk/Trends for Kids GmbH. Während der Unternehmer aus Niederbayern höchsten Wert darauf legt, seine geländegängigen Kinderwagen vom TÜV prüfen zu lassen, kann er bei der Importware oft auf den ersten Blick erkennen, dass sie den EU-Richtlinien nicht entsprechen: Da fehlen Warnhinweise oder Anleitungen in der Landessprache oder der Geruch beim Öffnen des Kartons lässt bereits vermuten, dass der Kinderwagen schadstoffbelastet ist. Oliver Beger ist als Patentgeber im Bereich Kinderwagen verpflichtet, Patentverletzungen nachzugehen und anwaltlich verfolgen zu lassen. Er muss dafür immer wieder Kinderwagen aus Fernost kaufen und prüfen. „Jedes Jahr werden viele Tausende Kinderwagen in die EU importiert die – rechtmäßig oder unerlaubt – unser Patent nutzen. Sicher sind es noch wesentlich mehr Kinderwagen, die keines unserer Patente nutzen und deren Zahl wir daher nicht kennen. Die Wagen werden über Plattformen wie Amazon, Alibaba, C-Discount und auch TEMU importiert. Viele Importe laufen direkt vom Hersteller zum Endverbraucher.“

Qualität und Verbraucherschutz

Andreas Wüthrich, CEO DACH für die Artsana Group, setzt auf Qualität als beste Maßnahme gegen den Billig-Import: „Als Hersteller halten wir uns an alle Vorschriften, nicht nur, um sie einzuhalten, sondern auch, um die Verbraucher zu schützen, denn Sicherheit ist unsere Priorität. In der Tat führen wir die anspruchsvollsten Tests durch, einschließlich der Tests für Autokindersitze in unserem Crash-Labor.“

Ähnlich sieht das Dr. Alessandro Zanini, Commercial General Manager Europe bei der Avova GmbH, die zudem Lizenznehmer der Marke Recaro Kids mit hochwertigen Autokindersitzen und Kinderwagen ist-. Er sieht keine Konkurrenz durch asiatische Direktimporte: „Unsere Zielgruppe ist nicht nur wegen des hohen Qualitätsanspruchs, sondern auch wegen des ‚Made in Germany‘ und der besonderen Marke – vor allem bei Recaro – ziemlich entfernt von der Temu-Käufergruppe.“

Zurück